Das barrierefreie Bad - Worauf Sie achten sollten

15.08.2017 09:05 von Trendbad24-Blog

Oma blickt in Spiegel

Die Gestaltung des Badezimmers erfordert von Grund auf viel Zeit, Aufwand und natürlich auch finanzielle Mittel. Gerade deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld über etwaige Ansprüche auf Barrierefreiheit klar zu werden und diese entsprechend umzusetzen. Denn sowohl die Ausstattung als auch die Anordnung der sanitären Einrichtung und der Badezimmermöbel haben darauf wesentlichen Einfluss.

Ein barrierefreies Bad bietet ein Höchstmaß an persönlicher Autonomie

Ob Alter, Krankheiten oder Unfälle: Schneller als erwartet wird die eigene Mobilität eingeschränkt, was im alltäglichen Leben zu vielen Problemen führen kann. Vor allem der Besuch des Badezimmers wird für immer mehr Menschen zu einem echten Problem. Dies kann so weit gehen, dass alleinige Badbesuche kaum noch möglich werden.

Ein Einschnitt in die persönliche Autonomie, welcher von vielen Menschen als äußerst entwürdigend angesehen wird. Wer sich frühzeitig um ein barrierefreies Bad kümmert und das eigene Bad entsprechend umrüstet, ist für alle Eventualitäten in jedem Fall gewappnet. Mit ein wenig Vorausplanung lässt sich somit das eigene Heim perfekt für das Alter vorbereiten sowie schön und dennoch funktional einrichten.

Die drei Formen des barrierefreien Bades

Barrierefreiheit kann vieles bedeuten. Grundsätzlich muss auch bei einem barrierefreien Bad zwischen den unterschiedlichen Nutzergruppen unterschieden werden, da diese oftmals andere Anforderungen an das Badezimmer und dessen Funktionalität stellen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen

  • seniorengerechten Badezimmern 
  • behindertengerechten Badezimmern 
  • rollstuhlgerechten Badezimmern

Ein seniorengerechtes Bad muss vor allem die Sicherheitsaspekte bedenken. Die Unsicherheit auf den Beinen, der nachlassende Gleichgewichtssinn und die oftmals fehlende Kraft müssen somit durch das Badezimmer und seine Einrichtung kompensiert werden. Ausreichend Platz, optimierte Höhen und vor allem viele sichere Haltegriffe sorgen für mehr Komfort auch im hohen Alter.

Ein rollstuhlgerechtes Bad muss ausreichend Platz bieten, damit sich die Person im Rollstuhl frei im Badezimmer bewegen kann. Alle Möbel müssen so eingerichtet sein, dass diese unterfahren und somit effektiv genutzt werden können. Auch der Raum am WC muss entsprechend so eingerichtet werden, dass der Rollstuhlfahrer ohne Probleme zwischen Rollstuhl und WC wechseln kann.

Wenn Sie ein behindertengerechtes Bad einrichten möchten, kommen oftmals verschiedene Punkte zum Tragen. Ein behindertengerechtes Bad ist anders als ein rollstuhlgerechtes Bad oder ein seniorengerechtes Bad nicht mit Normen zu erfassen. Die Art der Behinderung entscheidet über die Einrichtung des Badezimmers.

Oma und Opa im Bad

DIN 18040 und DIN 18025: Das müssen Sie wissen

Bis zum Jahr 2011 wurde die DIN 18025 als Grundlage für die baulichen Anforderungen bei barrierefreien Wohneinheiten herangezogen. Dabei bestand diese DIN-Norm aus zwei separaten Teilen. Zum einen aus dem Teil für Wohnungen von Rollstuhlbenutzern und zum anderen aus den Planungsgrundlagen für ein barrierefreies Wohnen bei anderen Einschränkungen der Mobilität.

Seit dem Jahr 2011 ist die DIN 18040 die grundlegende Baunorm für das barrierefreie Bauen und findet sowohl in Privatbauten als auch in öffentlichen Gebäuden Anwendung. Wenn Sie beispielsweise eine Wohnung offiziell als barrierefrei bezeichnen möchten, müssen Sie nachweisen können, dass alle Elemente Ihrer Wohnfläche den Vorschriften in der DIN 18040 entsprechen. Doch selbst wenn Sie nur ein barrierefreies Bad schaffen möchten, können Sie mit den Vorgaben der DIN 18040 bereits viele Planungsunsicherheiten beiseiteschaffen.

Grundlegende Maße eines barrierefreien Badezimmers

Ein barrierefreies Bad muss vor allem in Sachen Platz und Bewegungsspielraum enorm hohen Anforderungen gerecht werden. Aus diesem Grund richten sich viele Menschen in einem Eigenheim möglichst frühzeitig oder sogar noch in der Bauplanungsphase das Badezimmer bereits barrierefrei ein. Denn ein späterer Umbau ist oftmals recht teuer und als Senior in der heutigen Zeit kaum noch zu bezahlen.

Die wichtigsten Maße:

  • Fläche von WC, Waschbecken und Badewanne sollte 120 x 120 Zentimeter betragen
  • Bei Rollstuhlfahrern sollte die Fläche auf 150 x 150 erweitert werden
  • Größe der ebenerdigen Dusche: 120 x 120 Zentimeter
  • Für Rollstuhlfahrer sollte die Größe 150 x 150 betragen
  • Montagehöhe der Toilette zwischen 46 und 48 Zentimetern, um mehr Sicherheit zu gewährleisten
  • Unterfahrbare Waschtische sollten eine Mindesthöhe von 80 Zentimetern aufweisen
  • Spiegel über dem Waschtisch sollten mindestens eine Höhe von 100 Zentimetern aufweisen.

Diese Maße sind natürlich nicht verpflichtend für Sie als privaten Bauherren, geben Ihnen aber bereits einen guten Hinweis, mit welchen Flächen Sie rechnen sollten. Ansonsten steht es Ihnen natürlich vollkommen frei, das barrierefreie Bad ganz nach Ihren Wünschen und Möglichkeiten zu gestalten.

Barrierefreies Duschen - darauf sollten Sie achten

Ebenerdige Duschen sind nicht nur äußerst beliebt, sondern bilden auch die Grundlage für ein barrierefreies Bad. Die oben genannte Duschfläche ist für eine gute Bewegungsmöglichkeit in der Dusche besonders wichtig. Damit jedoch auch die Sicherheit gewährleistet ist, müssen Sie für entsprechende Haltegriffe in allen Bereichen der Dusche sorgen. Neben diesen Wandstützgriffen sollte immer auch ein Sitz in der Dusche angebracht werden. Dieser kann entweder klappbar direkt an der Wand befestigt oder als Duschhocker oder Duschstuhl flexibel eingesetzt werden. Am besten eignen sich spezielle Seniorenduschen, in denen man sitzen kann.Altersgerechtes Bad

Barrierefreies Baden in Ihrem neuen Badezimmer

Wer auch im Alter nicht auf seine eigene Badewanne und das Badevergnügen verzichten möchte, muss dies auch nicht tun. Es gibt mittlerweile verschiedene Lösungen, um ein barrierefreies Bad mit einer passenden Badewanne auszustatten. Entweder Sie verwenden einen praktischen Badewannenlift, welcher Sie in die Wanne und aus dieser heraus hebt oder eine moderne Badewanne mit beinahe ebenerdigem Einstieg. Die Wahl hängt vor allem von der eigenen Beweglichkeit ab. Auch bei der Badewanne müssen Sie auf eine gute Absicherung Wert legen. Stabile Wandstützgriffe in der richtigen Höhe vermitteln Sicherheit und geben den notwendigen Halt bei allen Bewegungen in der eigenen Badewanne. Sitzbadewannen für Senioren vereinen alle Vorteile: Durch eine Tür können Sie einsteigen und im Sitzen das Bad genießen.

Das barrierefreie WC - wichtige Hinweise für mehr Sicherheit

Die Sitzhöhe des WCs ist von entscheidender Bedeutung. Denn ein gutes barrierefreies WC ist in einer solchen Höhe angebracht, dass Sie problemlos und ohne Anstrengungen wieder vom WC aufstehen können. Dies sollten Sie zusätzlich durch entsprechende Haltegriffe und Sicherungsgriffe an den Wänden und weiteren Bad-Elementen ergänzen. Somit können Sie auch im hohen Alter noch Ihre volle Autonomie waren und sich selber um die notwendigen Dinge des Lebens kümmern. Bei Haushalten mit vielen unterschiedlich großen Personen kann tatsächlich der Einbau eines höhenverstellbaren WCs angedacht werden, da sich dieses optimal an die perfekte Sitzhöhe anpassen lässt.

Ein barrierefreies Waschbecken: Das ist besonders wichtig für Sie

Ein barrierefreies Waschbecken ist im Idealfall unterfahrbar, sodass der Nutzer auch im Rollstuhl problemlos an die Armaturen heranreicht. Optimal wäre sogar ein höhenverstellbares Waschbecken, welches auch Senioren äußerst entgegenkommt und für mehr Komfort sorgt. Mit der entsprechenden Bewegungsfläche vor dem Waschbecken können Sie sich dort im Alter in aller Ruhe betätigen.

Armaturen für ein barrierefreies Bad

Ob in der Dusche, in der Badewanne oder auch am Waschbecken: Die Armaturen sollten angenehm leichtgängig sein und sich gut und problemlos einstellen lassen. Vor allem für Badewanne und Dusche haben sich Armaturen mit einstellbarer Wassertemperatur als äußerst effektiv erwiesen, denn sie können Senioren und anderweitig eingeschränkten Menschen die Nutzung deutlich vereinfachen.

Badmöbel in einem barrierefreien Bad

Unabhängig davon, ob das Badezimmer für Rollstuhlfahrer oder für Senioren optimiert werden soll, ist es wichtig, dass alle Schrank-Elemente gut erreichbar sind und keine allzu große Höhe aufweisen. Hier können Sie auf eine große Anzahl unterschiedlicher Badmöbel zurückgreifen, welche einen direkten und schnellen Zugriff auf alle wichtigen Elemente erlauben.

Der Spiegel in einem barrierefreien Bad

Ein Spiegel ist für die Körperpflege enorm wichtig. Dieser sollte zum einen groß genug und zum anderen nach Möglichkeit vom Nutzer anpassbar sein. Schwenkbare Spiegel erleichtern sowohl Senioren als auch Rollstuhlfahrern das Leben deutlich und können die tägliche Körperpflege merklich beschleunigen.

Weitere Elemente im Badezimmer, welche sich anpassen lassen

Fußboden, Beleuchtung und die Tür sind ebenfalls wichtige Elemente für ein barrierefreies Bad. Der Fußboden sollte rutschfest sein und auch bei Nässe oder Feuchtigkeit einen guten und sicheren Halt bieten. Badezimmerteppiche sollten vermieden werden, da diese schnell zu Stolperfallen werden können. Die Tür hingegen sollte sich zwar von innen verschließen, aber im Notfall von außen öffnen lassen.

Hier ist ein spezielles Badezimmerschloss anstelle eines konventionellen Türschlosses eindeutig von Vorteil. Das Licht im Badezimmer sollte angenehm hell sein und nach Möglichkeit wenig Schatten werfen. Der Einsatz eines Bewegungsmelders kann sinnvoll sein, aber auch hohe Stromkosten produzieren, da das Licht mit einer sehr langen Nachlaufzeit betrieben werden muss.

©iStock.com/Ridofranz ©iStock.com/gpointstudio ©iStock.com/piovesempre