Laminat im Bad verlegen - geht das?

29.11.2016 15:54 von Trendbad24-Blog

Für Bäder und Nassbereiche sind Fliesen der traditionelle Bodenbelag, der auch am besten dafür geeignet ist. Ein neuer Fliesenboden liegt preislich allerdings oft hoch, und auch der Fliesenleger muss bezahlt werden. Wandfliesen müssen häufig auch noch angepasst werden, um keine uneinheitliche Fliesenoptik im Bad zu haben. Viele überlegen daher, einfach auf einen preiswerten Laminatboden zurückzugreifen. Grundsätzlich ist es möglich, Laminat im Bad einzusetzen - allerdings mit einer Vielzahl von Einschränkungen. 

Laminat und Feuchtigkeit

Um das grundsätzliche Problem beim Laminatboden im Bad zu erkennen genügt es, sich den Aufbau von klassischen Laminaten einmal zu vergegenwärtigen: auf eine Trägerplatte aus MDF oder HDF (also gepresstem Holz) werden Dekorpapier und ein sogenanntes Overlay (dünne, mit Melaminharz getränkte Papiere) aufgebracht. Die oberste Schicht ist dabei durchsichtig, um den Blick auf das darunter liegende Dekorpapier in Holzoptik freizugeben. Laminat ist also nichts anderes als ein Foto von Holz auf einer Pressspanplatte. Bei hochwertigen Laminaten können noch zwei weitere Schichten zum Einsatz kommen (das sogenannte Underlay und der Gegenzug) - beide bestehen aber ebenfalls nur aus melamingetränkten Papieren.

Feuchtigkeit hat bei einem solchen Boden ein leichtes Spiel: einerseits dringt Feuchtigkeit durch die Ritzen des Laminates (dort wo "geklickt" wird) unter den Boden und durchfeuchtet die Pressspanplatte. Andererseits kann unter Umständen auch vom Boden her (je nach Bodenaufbau) Feuchtigkeit nach oben steigen. Das Ergebnis ist in beiden Fällen das Gleiche: die Trägerplatte wird mit der Zeit völlig durchweicht, kann nie richtig abtrocknen und beginnt irgendwann zu schimmeln. Zusätzlich kommt es zum Aufquellen und zur Formveränderung der einzelnen Laminatelemente.

Vermeidbar ist das auch bei äußerster Vorsicht nicht, da durch den ständigen Temperaturwechsel im Bad Feuchtigkeit an allen ebenen Flächen auch kondensiert. Problematisch ist beim Laminat im Bad dabei vor allem die Trägerplatte - das melamingetränkte (und damit imprägnierte) Papier kann einer leichten Feuchtigkeitsbelastung noch standhalten.

Feuchtraumlaminat

Spezielles Feuchtraumlaminat ist gegen die Gefahren der Feuchtigkeit besser geschützt. Hier ist die Trägerplatte imprägniert und hat auch einen besonderen Kantenschutz, da die Kanten der Laminatelemente natürlich besonders empfindlich gegenüber Feuchtigkeit sind. In der Regel ist auch die Deckschicht noch einmal zusätzlich mit Kunstharz imprägniert, um sie wirklich völlig wasserdampfdicht zu machen.

Das Risiko des Aufquellens ist deutlich geringer als bei herkömmlichem Laminat. Insbesondere der angegebenen Quellfähigkeit des Bodens sollte man bei der Auswahl besonderes Augenmerk schenken - eine Quellfähigkeit von unter 5 % (je niedriger, desto besser) ist unbedingt empfehlenswert.

Zudem gibt es einige grundlegende Vorsichtsmaßnahmen, die unbedingt beachtet werden sollten, wenn Feuchtraumlaminat im Bad verlegt wurde:

  • stehendes Wasser unbedingt vermeiden (auch bei der Reinigung des Bodens)
  • Badewannen möglichst mit einem Vorhang versehen, um zu viel Spritzwasser zu vermeiden
  • die Duschkabine sollte unbedingt über eine völlig dicht schließende Tür verfügen
  • sich möglichst in der Wanne oder in der Dusche abtrocknen, um Wasserpfützen zu vermeiden
  • immer auf mögliche Beschädigungen des Bodens (inbesondere an den Kanten und Ecken) achten und diese möglichst reparieren

"Aqua Floor" - was ist das?

Die vielen Probleme, die herkömmliches Laminat im Bad macht, kann man weitgehend vermeiden, wenn man Trägerplatten aus Holzwerkstoffen vermeidet. Besteht die Trägerplatte des Laminatbodens aus einem Kunststoffprofil, spricht man vom sogenannten "Aqua Floor". Diese Böden können der Feuchtigkeit im Bad meist besser standhalten als Laminate mit Trägerplatten aus Holzwerkstoffen.

Laminat im Bad verlegen

Auch beim Verlegen von Laminat im Bad ist einiges zu beachten. Am wichtigsten ist dabei: Fugenbildung und Beschädigungen des Laminats unbedingt vermeiden. An diesen Stellen kann später Feuchtigkeit unter den Boden dringen. Beim Verlegen muss also sehr vorsichtig und umsichtig zu Werke gegangen werden. Nach zwei bis drei verlegten Reihen sollte immer auf mögliche Fugenbildung kontrolliert werden, notfalls mit Spanngurten zusammen ziehen. Unbedingt richtig (schräg) einklicken!

Laminat sollte im Bad auf jeden Fall mit einem wasserfesten Leim zusammengefügt werden. Der Leim dichtet die Fugen wirksam ab und sorgt dafür, dass über die Fugen keine Feuchtigkeit unter den Boden dringen kann. Empfehlenswert ist auch, den Boden nach dem Verlegen mit einem wasserfesten Überzug (zum Beispiel einer Versiegelung aus Kunstharz) noch einmal zusätzlich zu schützen. Die Randbereiche müssen ausreichende Dehnfugen (mindestens 10 mm) aufweisen. Diese Dehnfugen müssen sehr sorgfältig mit Silikon ausgespritzt werden.

Designboden als Alternative

Laminat ist also kein gleichwertiger Konkurrent für den Fliesenboden im Badezimmer, noch weniger ist es das klassische Parkett. Vinylböden (sogenannte Designböden) die fest verklebt werden, könnten es in Zukunft aber durchaus werden. Sie sind äußerst kostengünstig, leicht selbst zu verlegen und relativ abriebfest.

Die modernen, schadstofffreien Vinylböden gibt es in den letzten Jahren in interessanten, optisch und haptisch sehr originalgetreuen Imitations-Dekoren (zum Beispiel hochwertige Hölzer). Ein weiterer Vorteil, der daneben für den Designboden spricht, ist seine geringe Aufbauhöhe - damit lässt er sich auch ohne große Schwierigkeiten auf einem bestehenden Fliesenboden verlegen.

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