Silikonfugen: Diese 5 Tipps müssen Sie kennen

26.08.2016 10:00 von Trendbad24-Blog

Silikonfugen Tipps

Das Arbeiten mit Silikon gehört auch für Heimwerker zu den üblichen Aufgaben. Gerade beim Ausfugen gibt es aber einige Dinge, die Sie wissen und beachten sollte, wenn Sie professionell arbeiten wollen. Die wichtigsten Tipps und Hinweise stellen wir Ihnen in diesem Beitrag vor.

Silikonfugen-Tipp Nr. 1: Silikon ist nicht gleich Silikon

Bei kaum einem anderen Baustoff gibt es eine derart breite Auswahl wie bei Silikon. Und die Verwechslungsgefahr zwischen Silikon und Acryl ist sehr hoch. Verwechselt werden sollten beide Materialien jedoch am besten nicht. Trotz der äußerlichen Ähnlichkeit: Acryl hat ein paar wenige grundlegend andere Eigenschaften als Silikon, und gerade im Silikonbereich ist Acryl fatal.

Acryl wird bei höherer Feuchtigkeit wasserdurchlässig und kann dann entsprechende Wasserschäden mit drastischen Folgen verursachen. Für den Sanitärbereich ist Acryl keinesfalls geeignet!

An zwei Dingen können Sie Acryl und Silikon im verarbeiteten Zustand immer unterscheiden:

  1. im Gegensatz zu Silikon ist Acryl eher matt statt glänzend
  2. beim Abrubbeln mit dem feuchten Finger erzeugt Acryl kleine Röllchen, Silikon dagegen nicht

Beim Silikon sollten Sie außerdem immer darauf achten, ein für den jeweiligen Einsatzbereich geeignetes Silikon zu verwenden. Grundsätzlich wird technisch unterschieden zwischen neutralvernetzenden Silikonen und solchen, die essig-, sauer- oder acetatvernetzend sind. Unterschiede gibt es dabei im Trocknungsverhalten.

Für den Sanitärbereich sollten Sie grundsätzlich ausgewiesenes Sanitärsilikon verwenden, da ihm pilztötende Stoffe zugesetzt sind. Nach einiger Zeit des Gebrauchs verliert sich die pilztötende Wirkung oder kann nicht mehr ausreichen - auch das sollte man beachten (siehe Tipp 5). Für alle Acrylwannen sollten Sie die speziellen Acrylwannensilikone verwenden, da andere Silikone die Oberfläche von Acrylkunststoffen mit der Zeit angreifen können. Auch das kann danach zu Undichtigkeiten führen.

Silikonfugen-Tipp Nr. 2: Silikonfugen sind Wartungsfugen!

Die Lebensdauer von Silikonfugen ist nicht unbegrenzt. Sogenannte "dauerelastische Fugen" (also auch Silikonfugen) gelten fachlich als Wartungsfugen. Bei normalem Gebrauch werden zwar die Grenzen der Belastbarkeit des Dichtstoffs normalerweise nicht erreicht, eine regelmäßige (Sicht-)kontrolle sollte dennoch passieren.

Wichtig ist dabei bei Handwerksarbeiten darauf zu achten, dass Sanitärfugen grundsätzlich als Wartungsfugen ausgewiesen sind. Dementsprechend bestehen bei Schäden auch andere Gewährleistungsfristen für die Verfugung. Man muss als Auftraggeber der Arbeiten die Fugen in der Regel also immer selbst überwachen, und im Bedarfsfall Reparaturen und Nachbesserungen vornehmen (lassen).

Bei sich bewegenden Sanitärobjekten (etwa nicht ganz stabil eingebauten Badewannen) ist das Risiko für einen Schaden an der Silikonfuge deutlich höher. Auch bei Whirlpools sollten Sie die Fugen etwas häufiger kontrollieren.

Silikonfugen-Tipp Nr. 3: Kartusche richtig aufschneiden und Fuge richtig setzen

Kartuschen werden grundsätzlich immer im 45°-Winkel aufgeschnitten. Den Schnitt sollten Sie so ansetzen, dass die Öffnungsbreite am Ende möglichst genau der Breite der gewünschten Silikonfuge entspricht.

Gerade Schnitte funktionieren nicht, weil Sie sonst beim Ausfugen das Silikon über die Fuge verschmieren und danach kaum noch sauber glätten können. Das Silikon befindet sich dann zu viel auf der Fuge, und dringt nicht richtig in die Fugen ein.

Eine sogenannte Dreiflankenhaftung - zum Beispiel am Rand von sogenannten Seniorenduschen - sollte man dabei ebenfalls unbedingt vermeiden. Eine solche Dreiflankenhaftung entsteht, wenn mit dem Silikon bis auf den Grund der Fuge ausgespritzt wird. Dadurch wird das Silikon beschädigt, und erfüllt seine Dichtfunktion nicht mehr vollständig.

Die Silikonfuge sollte auch allgemein nicht zu tief reichen. Bei tieferen Fugen verwendet man daher am besten immer eine passende Hinterfüllschnur. Passend bedeutet in diesem Fall, dass die Schnur rund 30 % größer, als die Fuge breit ist.

Silikonfugen-Tipp Nr. 4: Silikon richtig entfernen

Vor dem Entfernen von Silikon sollten Sie die Oberflächen rund um die Fuge immer gründlich reinigen. Altes Silikon entfernen Sie am besten mit einem Fugenkratzer. Für eventuell verbleibende Reste empfiehlt sich ein kleines Küchenmesser mit scharfer Klinge.

Silikonentferner sollten Sie nur für die Reste verwenden, die Sie auf mechanischem Weg nicht entfernen können. Danach die Fuge immer gründlich reinigen. Achten Sie auch immer darauf, dass keine Silikonreste ins Abwasser gelangen (Abflüsse verschließen).

Silikonfugen-Tipp Nr. 5: Schimmel in Silikonfugen

Silikonfugen, die schwarze oder grüne Punkte aufweisen, sind ein Zeichen zu handeln. Diverse Hausmittelchen helfen hier nur bedingt, zudem besteht die Gefahr, dass der Schimmel sich unterhalb des Silikons ausbreitet.

Die professionelle Lösung ist es in jedem Fall, die Silikonfuge komplett zu erneuern, und gegebenenfalls unterhalb des Silikons eingedrungene Feuchtigkeit zuvor auszutrocknen. Gerade Behandlungen mit diversen Desinfektionssprays oder Aceton können die Silikonfuge zerstören, und so ihre Schutzwirkung außer Kraft setzen. Damit wird dem Schimmel erst recht die Möglichkeit zur Ausbreitung gegeben.

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